Bauablauf

Was steht 2020 an?

Im Jahr 2020 heißt es: Endspurt für die neue U5! Der Rohbau ist in allen U-Bahnhöfen abgeschlossen, ebenso der Gleisbau. Der Bahnhofsausbau läuft nun überall auf Hochtouren. Bereits Ende April soll die Stromschiene in Betrieb genommen werden.


Der letzte Schliff auf den Bahnhöfen

Die Bahnhöfe Unter den Linden und Rotes Rathaus werden fertiggestellt. Auf beiden Bahnhöfen erfolgen die letzten Arbeitsschritte der architektonischen Innengestaltung, von der Bahnhofsbeleuchtung über die Wandplatten bis zu den Hintergleiswänden. Gleichzeitig werden Fahrscheinautomaten, Entwerter und Informationsvitrinen eingebaut. Auch am U-Bahnhof Museumsinsel, der erst im Sommer 2021 eröffnet wird, müssen die für den Betrieb relevanten Bereiche bis zum Beginn des Probebetriebs im Juni fertiggestellt werden. Über die gesamte Strecke hinweg sind deshalb die BVG-eigenen Gewerke, von der Kabelmeisterei bis zu den Elektrikern, damit beschäftigt, die Elektroanlagen zu installieren.


Ab Juni: Probebetrieb

Im Juni beginnt der Probebetrieb der Anlagen, hier wird zunächst das Zusammenspiel der einzelnen Bauteile und Aggregate im Dauerbetrieb erprobt. Danach müssen alle Fahrer der neuen Strecke diese einmal persönlich kennenlernen und befahren. Es steht also noch viel an. Aber wenn uns „Corona“ keinen Strich durch die Rechnung macht, können Ende des Jahres die Fahrgäste in der neuen U5 von Hönow bis zum Hauptbahnhof durchfahren. Ein konkreter Termin der feierlichen Eröffnung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

© A. Reetz-Graudenz
Was bisher geschah

Offizieller Spatenstich 2010 und Baufeldfreimachung

Der offizielle Spatenstich für den Lückenschluss der U5 fand im April 2010 unter Beteiligung des damaligen Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, der damaligen Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, sowie des damaligen BVG-Vorstandsvorsitzenden, Andreas Sturmowski, vor dem Roten Rathaus statt.

Da in Berlin bereits vor unserem Projekt viel gebaut und verlegt wurde, musste erst das Baufeld freigemacht werden, bevor es mit der Arbeit richtig losgehen konnte. So suchten Archäologen des Landesdenkmalamts nach geschichtlichen Überresten, die erhalten bleiben sollten. Insbesondere vor dem Roten Rathaus fanden sie viele Gegenstände, die gerettet wurden.

Zur Sicherung der Versorgung während unserer Bauarbeiten legten die Leitungsverwaltungen wie die Berliner Wasserbetriebe, Vattenfall oder die Deutsche Telekom ihre Leitungen um.

Um beim U-Bahnbau nicht von Berlins bewegter Geschichte überrascht zu werden, wurde in Kampfmitteluntersuchungen schließlich der Untergrund nach Bomben, Munition und ähnlichem abgesucht.

Spezialtiefbau der Baugruben

In Berlin steht das Grundwasser hoch, im Bereich des Lückenschluss U5 nur zwei bis drei Meter unter der Oberfläche. So konnten keine 15 bis 20 Meter tiefen Baugruben einfach ausgehoben werden. Bevor also der Bahnhofsbau beginnen konnte, mussten erst die Spezialtiefbauer ran. 

Sie errichteten wasserdichte Baugruben im Erdreich – vorstellbar als Kästen mit Seitenwänden und Sohle. Zudem wurde, wo immer möglich, auch ein Deckel als Abschluss nach oben ergänzt. Die wasserdichten Baugruben bieten beim Bau Stabilität gegenüber dem Grundwasser und den Druckverhältnissen im Untergrund.

Tunnelvortrieb

Nachdem die Baugruben hergestellt wurden, konnten diese mit der Tunnelvortriebsmaschine durchfahren werden.

Die Tunnelröhren für den Lückenschluss U5 wurden im Schildvortriebsverfahren hergestellt. Dabei fuhr die Tunnelvortriebsmaschine  "Bärlinde" unterirdisch vom Marx-Engels-Forum bis zum U-Bahnhof Brandenburger Tor und baute den Tunnelrohbau gleich mit. Im Bereich der zukünftigen U-Bahnhöfe Museumsinsel und Unter den Linden durchfuhr sie die ungelenzten Baugruben. 

© A. Reetz-Graudenz

Erfolgreicher Rohbau 

Nachdem „Bärlinde“ ihre Arbeit verrichtet hatte, begann am U-Bahnhof Unter den Linden der Rohbau. Innerhalb der Baugruben wurde das Erdreich ausgehoben und im U5-Bahnsteigbereich die Tunnelröhren abgebrochen. Danach konnten Elemente wie Wände, Zwischendecken, Treppen und Bahnsteig betoniert werden. Im U-Bahnhof Rotes Rathaus gehörte dazu auch die aufwändige Betonage der Pilzkopfstützen. 2016 wurde der Rohbau im U-Bahnhof Rotes Rathaus fertiggestellt, ein Jahr später folgte der U-Bahnhof Unter den Linden. Seit läuft der Ausbau auf den beiden U-Bahnhöfen. 

Der U-Bahnhof Museumsinsel stellte aufgrund seiner besonderen Lage einen Sonderfall im Rohbau dar. Da der Bahnhof direkt unter dem Spreekanal liegt, konnte der Mittelteil, der später den Bahnsteig bildet, nicht im offenen Verfahren hergestellt werden. Stattdessen musste der gesamte Bahnsteigbereich im Verfahren des bergmännischen Vortriebs hergestellt werden. Dies geschah im Schutze eines 28.000 Kubikmeter großen Frostkörpers - der bislang größten innerstädtischen Vereisung Europas. Anfang 2020 wurde der Rohbau fertiggestellt, seitdem läuft der Ausbau auch hier auf Hochtouren. 

Der Gleisbau

Nach Abschluss der Rohbauten in den U-Bahnhöfen Rotes Rathaus und Unter den Linden begann der Gleisbau. Zuerst wurde der Gleistrog betoniert und das spezielle Masse-Feder-System installiert, welches die Lärmbelastung der U-Bahnzüge auf ein Minimum reduziert. Danach wurden Holzschwellen und Schienen verlegt sowie der Schotter eingebracht und verteilt. Mit Abschluss des Gleisbaus im U-Bahnhof Museumsinsel Anfang des Jahres 2020 ist die Strecke von Hönow bis zum Hauptbahnhof komplett. Nun wird noch die notwenige Technik eingebaut – von Signalanlagen bis zur Stromschiene, die bereits Ende April eingeschaltet wird.  

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