Lage

Der U-Bahnhof Museumsinsel verläuft südlich der Schloßbrücke unter dem Spreekanal zwischen dessen östlichem Ufer und dem Kronprinzenpalais.

Die Zugänge liegen zwischen Kupfergraben und Deutschem Historischen Museum in der Straße Am Zeughaus, vor dem Kronprinzenpalais im südlichen Gehweg der Straße Unter den Linden sowie auf dem Schloßplatz östlich der Schloßbrücke.

© Max Dudler
Ein U-Bahnhof unter Sternenhimmel

Für die Gestaltung des U-Bahnhofs Museumsinsel ist das Büro von Professor Max Dudler verantwortlich.

Die Inspiration für die Bahnhofsgestaltung ist das berühmte Bühnenbild Karl Friedrich Schinkels für die Inszenierung des Auftritts der Königin der Nacht in Mozarts „Die Zauberflöte“. So mutet die gewölbte Bahnhofsdecke in Dunkelblau mit zahllosen Lichtpunkten wie ein Sternenhimmel an. Angelehnt an die klassizistische Architektur der umliegenden Gebäude wird der U-Bahnhof vollständig mit hellem Naturstein verkleidet.

Auch durch seine Nähe zu kulturellen Stätten wie der Staatsoper, dem Deutschen Historischen Museum und dem Humboldtforum wird der U-Bahnhof Museumsinsel zum Kulturbahnhof. 

© Max Dudler
Bauweise

Die Baugruben für die Zugangsbauwerke des U-Bahnhofs Museumsinsel werden in Wand-Sohle-Deckel-Bauweise errichtet. Dabei werden zuerst Schlitzwände aus Stahlbeton als seitliche Baugrubenumschließung hergestellt. Anschließend wird mittels Düsenstrahlverfahren eine wasserdichte Sohle als untere Baugrubenabgrenzung in den Boden eingebracht. Für zusätzliche Stabilität innerhalb der Baugrube wird ungefähr auf halber Tiefe ein Aussteifungsrost hergestellt. Als Abschluss nach oben wird dann ein Deckel betoniert. Dieser minimiert die Belastung durch Lärm und Staub. Durch diese Baugruben hindurch werden die zwei Tunnelröhren im maschinellen Tunnelvortrieb hergestellt. Innerhalb der Baugruben für die Zugänge wird das Erdreich ausgehoben und die Bauwerkssohlen und -wände aus Stahlbeton werden hergestellt.

Eiszeit unter der Museumsinsel

Aufgrund der Lage unter dem Spreekanal und den umliegenden Gebäuden ist der Bau des Bahnhofs Museumsinsel besonders anspruchsvoll. In bis zu 20 Metern Tiefe entsteht der neue U-Bahnhof „Museumsinsel“ im Schutze eines Vereisungskörpers. Auf halber Höhe wird hier der nordwestliche Eingang zum U-Bahnhof gebaut: Durch eine unterirdische Passarelle gelangt man zukünftig zu den Treppen zum Bahnsteig.

Ein U-Bahnhof als Eisskulptur

Für die Herstellung der Bahnsteighalle werden ausgehend von den Zugangsbauwerken um die fertigen Tunnelröhren herum Vereisungslanzen in den Boden eingebracht. Durch diese Vereisungslanzen wird eine Flüssigkeit geleitet, die das Erdreich und das darin befindliche Grundwasser gefriert, sodass ein solider Eisblock entsteht. Im Schutz dieser Vereisung wird die Bahnsteighalle dann bergmännisch hergestellt. Die Tunnelröhren werden innerhalb des Bahnhofsbereiches abgebrochen, der Raum vergrößert und die Bahnhofswände mit Spritzbeton hergestellt.

„Vor der Hacke ist es duster“

Auch beim Bau des U-Bahnhofs Museumsinsel gilt der alte Bergmannspruch: „Vor der Hacke ist es Duster“. So könnten sich während der Saale-Eiszeit vor ca. 150.000 Jahren Findlinge im Geschiebemergel verborgen haben, die die Vereisungsbohrungen ungünstig ablenken und damit deutlich erschweren können. Für derlei Zwischenfälle müssen dann schnellstmöglich Lösungen gefunden werden, da sich jede Verzögerung bei den Vereisungsbohrungen direkt auf den Fertigstellungstermin der U5 insgesamt niederschlagen kann – allen vorherigen Planungen und zusätzlichen Maßnahmen zum Trotz.

Nach dem Rohbau ist vor dem Ausbau

Wenn der Rohbau fertiggestellt ist, beginnen die verschiedenen Ausbaugewerke mit dem Einbringen von Schotter und dem Verlegen von Gleisen sowie aller technischen Leitungen, die für den U-Bahnbetrieb notwendig sind. Es werden Fahrtreppen und Aufzüge eingebaut. Natürlich wird auch die vom Architekten geplante Innengestaltung für Böden, Wände und Beleuchtung umgesetzt. Schließlich wird die typische Ausstattung der Berliner U-Bahnhöfe wie Fahrscheinautomaten, Entwerter und Informationsvitrinen eingebaut.

© Max Dudler