Ein U-Bahnhof unterm Sternenhimmel

Für die Gestaltung des U-Bahnhofs Museumsinsel ist das Büro von Professor Max Dudler verantwortlich. Um den Bezug zu den von dem preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) gebauten Gebäuden der Umgebung herzustellen, ließ sich Professor Dudler von einem Bühnenbild Schinkels inspirieren. So mutet die gewölbte Bahnhofsdecke in dunkelblau mit 7200 Lichtpunkten wie ein Sternenhimmel an.

Lage

Der U-Bahnhof Museumsinsel liegt südlich der Schlossbrücke unter dem Spreekanal zwischen dessen östlichem Ufer und dem Kronprinzenpalais.

Die Zugänge befinden sich zwischen Kupfergraben und Deutschem Historischen Museum, vor dem Kronprinzenpalais im südlichen Gehweg der Straße Unter den Linden sowie auf dem Schlossplatz östlich der Schlossbrücke.

Durch seine direkte Nähe zu kulturellen Stätten wie der Staatsoper, dem Deutschen Historischen Museum, dem Berliner Dom und dem Humboldtforum im Neuen Schloss gilt der U-Bahnhof als „Kulturbahnhof“.

Aufgrund der Lage unter dem Spreekanal und den umliegenden Gebäuden ist der Bau des U-Bahnhofs Museumsinsel besonders anspruchsvoll.

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Bauweise

Die Herstellung des Mittelteiles innerhalb einer abgedeckelten Baugrube ist nicht möglich. Nur die Zugangsbauwerke des U-Bahnhofs Museumsinsel werden in Wand-Sohle-Decke-Bauweise errichtet. (westlich der Schlossbrücke Zugänge zur Baugrube MUI-West, östlich der Schlossbrücke Zugänge zur Baugrube MUI-Ost)

Eiszeit unter der Museumsinsel

Zwischen den beiden tiefen Baugruben wird der mittlere Teil des Bahnhofs Museumsinsel, der später den Bahnsteigbereich bildet, unterhalb des Spreekanals und der Bertelsmann Repräsentanz im Schutz einer Bodenvereisung in bergmännischer Bauweise aufgefahren -  von der östlichen Baugrube aus werden über eine Länge von bis zu 105 Meter Bohrungen ausgeführt, in welche die Vereisungsanlage installiert wird. Der erforderliche Eiskörper wird mit einer Sole-Vereisung aufgefroren. In dem gefrorenen Boden wird analog zum Bauen im Festgestein der Boden/Fels abschnittsweise bergmännisch herausgebrochen und mittels einer Spritzbetonschale gesichert.

Der Gesamtquerschnitt des Bahnhofes wird in einer Form von drei Stollen hergestellt. Zuerst werden der Mittelstollen und das Betonbauwerk darin hergestellt. Anschließend erfolgt die Herstellung der beiden Seitenstollen in gleicher Weise. Mit dem Ausbruch des Querschnitts der Seitenstollen werden die dort vorhandenen Tübbinge des Schildtunnels zurückgebaut.

"Vor der Hacke ist es duster..."

Auch beim Bau des U-Bahnhofs Museumsinsel gilt der alte Bergmannspruch: „Vor der Hacke ist es duster“. So könnten sich während der Saale-Eiszeit vor ca. 150.000 Jahren Findlinge im Geschiebemergel verborgen haben, die die Vereisungsbohrungen ungünstig ablenken und damit deutlich erschweren können. Aus diesem Grund unterliegt der Bau des U-Bahnhofs Museumsinsel besonderem Termindruck, da sich jede Verzögerung bei den Vereisungsbohrungen direkt auf den Fertigstellungstermin der U5 insgesamt niederschlagen kann – allen vorherigen Planungen und zusätzlichen Maßnahmen zum Trotz.

...aber dann wird es sternenhell.

Wenn der Rohbau des U-Bahnhofes fertiggestellt ist, beginnt direkt der Ausbau. Hierzu gehören u.a. das Einbringen von Schotter und das Verlegen von Gleisen, aber auch die Umsetzung der vom Architekten geplanten Innengestaltung. Diese beinhaltet Böden, Wände und schließlich den tiefblauen, funkelnden Sternenhimmel als Decke über die gesamte Bahnhofshalle hinweg.