Die Gleiswechselanlage

In der Neubaustrecke zwischen den U-Bahnhöfen Rotes Rathaus und Museumsinsel entsteht im Marx-Engels-Forum ein weiteres Bauwerk für den späteren Betrieb, eine neue Gleiswechselanlage. Bis März 2016 war in der zugehörigen Baugrube der Startschacht für die Tunnelvortriebsmaschine Bärlinde, das heißt, der Startpunkt für beide Tunnelröhren. Die zentrale Baustelleneinrichtungsfläche auf dem Marx-Engels-Forum dient als Baulogistikzentrum, in dem die Büros sowie die Firma Implenia, das Generalunternehmens für Los 1 (Tunnel, Gleiswechselanlage, Museumsinsel, Unter den Linden), untergebracht sind.

© Antonio Reetz-Graudenz
Was ist eine Gleiswechselanlage?

Wie der Name bereits sagt, können in der Gleiswechselanlage die U-Bahnfahrzeuge das Gleis wechseln. Dies ist für den Betrieb wichtig, damit – beispielsweise im Falle einer Gleisstörung – nicht die gesamte Strecke gesperrt werden muss, sondern flexibel gehandelt werden kann. Da der Streckenabschnitt zwischen Marx-Engels-Forum und Brandenburger Tor aus zwei separaten Tunnelröhren besteht, ist ein Gleiswechsel auf diesem Abschnitt nicht möglich.

Um Synergieeffekte nutzen zu können, wurde die Gleiswechselanlage an der Stelle geplant, die zunächst als Startschacht für die Tunnelvortriebsmaschine fungierte. Herausforderung dabei ist allerdings, dass auf kurzer Strecke ein großer Höhenunterschied überwunden werden muss: Die Bahnsteigebene im U-Bahnhof Rotes Rathaus liegt aufgrund der Zweistöckigkeit des Bahnhofs – in der unteren Ebene entsteht eine neue Aufstell- und Kehranlage – nur wenige Meter unter der Oberfläche. Unter der Spree jedoch verläuft die Tunnelführung sehr tief. Entsprechend ergibt sich für den Gleisverlauf eine Neigung von 4 Prozent. 

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Der Bauverlauf

Nachdem bereits für die Nutzung als Startschacht die Baugrube in offener Bauweise hergestellt wurde, müssen nach der Fertigstellung des Tunnels zunächst die von Bärlinde hinterlassenen Überreste entfernt werden: Dazu gehören beispielsweise die sogenannte Anfahrkonstruktion mit Schildwiege und die Blindringe, mit denen die Lage der Maschine beim Vortriebsbeginn genau justiert werden konnte. Als nächster Schritt werden die Sohle, die tragenden Wände und die Zwischendecke bewehrt und betoniert. Als oberer Abschluss wird die Bauwerksdecke eingezogen. 

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