Die neue U5

Hintergrund

Der Plan, die Berliner U-Bahnlinie 5 über den Alexanderplatz hinaus bis zum Hauptbahnhof (damals Lehrter Bahnhof) zu verlängern, geht bereits auf die 1990er Jahre zurück. Mit dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag wurde die Verlängerung der U5 beschlossen und finanzielle Mittel von Bund und Land Berlin wurden für den Bau zugesichert. Als erster Bauabschnitt wurde im Jahr 2009 die Strecke der U55 mit den neuen U-Bahnhöfen Hauptbahnhof, Bundestag und Brandenburger Tor eröffnet.

Im April 2010 folgte dann der symbolische Spatenstich für den Lückenschluss der U5, der die U5 mit der U55 in der neuen U5 zusammenführt und drei weitere neue U-Bahnhöfe ans Netz bringt: Berliner Rathaus, Museumsinsel sowie Unter den Linden. Nach vorbereitenden Arbeiten wie Kampfmitteluntersuchungen und archäologischen Grabungen begannen im Jahr 2012 dann die Bauarbeiten. Geplant ist die Inbetriebnahme der zusammengeführten, neuen Linie U5 für das Jahr 2020.

Für den Lückenschluss der U5 wurde ursprünglich ein Budget von umgerechnet rund 433 Millionen Euro eingeplant. Aufgrund gestiegener Kosten, unter anderem wegen neuer Sicherheitsanforderungen sowie gestiegener Material- und Personalkosten, gehen wir nun von einem Baubudget von circa 525 Millionen Euro aus.

Was bringt die neue U5?

Durch den Lückenschluss der U5 erhalten die großen Wohngebiete im Osten Berlins nach der Fertigstellung eine umsteigefreie Verbindung zur historischen Innenstadt, zum Regierungsviertel und zum Hauptbahnhof. Ebenso erhalten die bisher nur von der U55 erschlossenen Gebiete wie der Hauptbahnhof und das Regierungsviertel eine durchgehende Anbindung an das komplette U-Bahnnetz.

Mit dem Lückenschluss der U5 werden zudem zahlreiche Wahrzeichen Berlins schnell und mit einer U-Bahnlinie erreichbar: vom Fernsehturm über das Rote Rathaus, die Marienkirche und den Neptunbrunnen, das Nikolaiviertel, die Museumsinsel und den Berliner Dom, das Humboldtforum, das Deutsche Historische Museum und die Staatsoper, die Humboldt-Universität und die Staatsbibliothek hin zum Brandenburger Tor – und das ist nur eine kleine Auswahl.

Zudem wird die neue U5 die erste komplett barrierefreie U-Bahnlinie Berlins sein.

U5 für die Umwelt

Während die gesamte BVG mit ihren Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs nur circa zwei Prozent aller Kohlenstoffdioxid-Emissionen in Berlin verschuldet, ist der motorisierte Individualverkehr für circa 15 Prozent der Emissionen verantwortlich. ÖPNV-Nutzung ist also aktiver Umweltschutz: So ersetzt die Beförderung der rund 900 Millionen BVG-Fahrgäste pro Jahr circa 750 Millionen Pkw-Fahrten.

Die neue U5 entlastet die Umwelt, denn sie reduziert den motorisierten Individualverkehr in der Innenstadt. Die Straße Unter den Linden ist heute durch starken Verkehr und Abgase von durchschnittlich 15.000 Fahrzeugen pro Tag belastet. Nach dem Lückenschluss der U5 verlagern sich voraussichtlich 20 Prozent des motorisierten Individualverkehrs auf die neue U5. Das bedeutet, dass dann etwa 3.000 bis 3.500 Autos pro Werktag weniger auf dem Boulevard Unter den Linden verkehren werden.

Für die am Ende 22 Kilometer lange Verbindung der neuen U5 rechnen wir mit täglich 100.000 bis 155.000 Fahrgästen.