Bautagebuch

9. April 2019

Achtung! Heiß! Das Schienenschweißen

Thermit Schienenschweißen April 2019 © A. Reetz-Graudenz

Beim Schienenschweißen zwischen dem U-Bahnhof Rotes Rathaus und dem U-Bahnhof Museumsinsel kommt das nach seinem Erfinder benannte Goldschmidt-Verfahren zum Einsatz. Bei diesem Verfahren werden die jeweiligen Gleisenden mithilfe von Thermit zusammengeschweißt.  Thermit ist ein Gemisch aus Eisenoxid und Aluminium, welches schmilzt und unter hohen Temperaturen zu Eisen und Aluminiumoxid reagiert, sobald man es anzündet. Diese Eigenschaft macht man sich beim Schienenschweißen zunutze. 

Nachdem die Gleise passgenau aufeinander ausgerichtet wurden, werden sie erst einmal etwas gekürzt, damit zwischen ihnen eine Lücke entsteht. Danach wird eine Vorrichtung angebracht, die diese Lücke umschließt und in die später das Eisen fließen wird. Nach dem Anbringen der Vorrichtung werden die Gleisenden vorgewärmt, damit sie sich später besser mit dem Eisen verbinden. Im nächsten Schritt kommt das Thermit zum Einsatz: Es wird auf die Vorrichtung gestellt  und angezündet, bis der Eisenanteil schmilzt und in die Vorrichtung zwischen die Gleise fließt. Das Aluminiumoxid hingegen bleibt außen zurück und wird mit einem massiven Hammer abgeschlagen. Die Schweißstelle wird abschließend noch glatt geschliffen. Knapp 120 Schweißungen haben die Schweißtrupps bereits fertiggestellt;  bis Mai folgen weitere 120 Schweißungen. Dann ist der Gleisoberbau zwischen den U-Bahnhöfen Rotes Rathaus und Museumsinsel abgeschlossen.

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